Was ist Square Dance?

Eine Menge fröhlicher Frauen und Männer treffen sich, in Petticoats und bunte Hemden gekleidet, und tanzen auf Zuruf eigenartig anmutende Figuren. Derartiges erlebt man sicher nicht sehr oft, ist doch diese Art zu tanzen in unserer Region weitgehend unbekannt: Nämlich der "Square Dance".

Beim "Square Dance" tanzen vier Paare im Quadrat nach den Zurufen (Calls) des Callers. Die Calls beinhalten den Namen der zu tanzenden Figuren. Deshalb muss hier nicht, wie sonst bei Volkstänzen üblich, der Ablauf eines ganzen Tanzes auswendig gelernt werden. Nach englischen Kommandos, wie "Circle Left" oder "Pass the Ocean", "Bend the Line" oder "Do Sa Do" geht es umeinander herum, nach rechts, in die Mitte des Kreises und sonst wohin. Die in die Musik integrierten Tanzfiguren ergeben immer wieder neue Formationen. Die Tänzer wechseln dabei Position und Partner, man schaut immer wieder in andere Gesichter, und zwischendurch hat man auch schon mal seinen ersten Partner wieder.





Ciddy Beyen

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Der Caller bestimmt und variiert die Reihenfolge der Tanzfiguren, so dass bei jedem Tanz eine andere Choreographie entsteht. Viel Heiterkeit wird verursacht, wenn mal ein Tänzer einen Call überhört, oder nicht richtig verstanden hat und die falsche Richtung einschlägt. Bei solchen Patzern gibt es jedoch keine vorwurfsvolle oder verbissene Gesichter, denn es wird immer nur zum Spaß getanzt. Es gibt keine Wettbewerbe, also auch keine Verlierer, sondern nur Gewinner. Nicht umsonst ist an Clubabenden und auf Veranstaltungen viel Ausgelassenheit zu beobachten.



Die Geschichte dieses aus Amerika stammenden Tanzes reicht in die Zeit der Auswanderer zurück. Als die Auswanderer aus den verschiedensten Regionen nach Amerika reisten, nahmen sie ihre Tänze mit, z. B. schottische Reigentänze, irischer Jigs, englischer Morris-Dance, französische Hoftänze, Quadrille usw.

Für die Siedler aus der Zeit der Besiedlung Nordamerikas war es immer ein Vergnügen, nach einer harten Arbeitswoche sich zum Tanz und zur Geselligkeit zu treffen. Um auf Tanzveranstaltungen auch gemeinsam tanzen zu können, einigte man sich auf gemeinsame Regeln, die ein Zurufer (Caller) ansagte oder den Tanzenden zurief. Regional entstanden so verschiedene Formations- und Volkstänze.

Amerikanische Soldaten brachten dann ihr Können gegen Ende des 2. Weltkrieges nach Westeuropa und Deutschland. Die 1974 gegründetet Caller-Organisation "Callerlab" sorgte international für die einheitliche Definition der Figuren und brachte diesen Tanz auf einen einheitlichen Standard. Wenn man die derzeit etwa 60 international festgelegten Tanzfiguren beherrscht, kann man weltweit in allen Clubs ohne weitere Vorbereitung mittanzen. - Neben zahlreichen Clubs in den USA, Australien, Skandinavien, den Benelux-Ländern und der Schweiz existieren etwa 400 Clubs dieses Genre in Deutschland.

Jeder kann Square Dance lernen. Gesellschaftliche Grenzen gibt es nicht !!! Ob Firmenchef oder Arbeitsloser, es spielt keine Rolle - Rang und Titel werden an der Garderobe abgegeben. Das Alter ist (fast) egal. Ob 8 oder 80 Jahre alt, einzige Voraussetzung ist der Spaß am Tanzen. Dabei kommt es gar nicht auf tänzerisches Talent an. Wichtig ist nur ob man dem nächsten die rechte oder die linke Hand gibt. Komplizierte Fußarbeit wie beispielsweise beim Walzer, Rumba, Cha-Cha, Foxtrott oder Quickstep sind nicht erforderlich. Sogar hartgesottene Nichttänzer machen nach wenigen Übungsstunden die Erfahrung, dass die doch tanzen können. Es wird nicht etwa nur nach Westernmusik getanzt, sondern auch Folk, Swing, Disco, Rock, Pop und Oldies sind mit im Repertoire. Die Musik lässt keine Wünsche offen.